Geschichte

      L±d, eine kleine bescheidenen Siedlung, war schon im 8. Jahrhundert bekannt.

  Von einer bedeutenden Periode kann man erst nach dem Jahr 1175 sprechen. Die Gründungsurkunde des Fürsten Mieszko der Alte beweist, dass die Ziesterziensermönche aus Altenberg bei Köln hierher kamen. Im Jahre 1191 wurde diese Gründung jedoch aufgehoben – wahrscheinlich aus finanziellen Gründen. Nach der Intervention des Fürsten Mieszko bei dem Generalkapitel der Zisterzienser in Citeaux im Jahre 1193 sind die Mönche zur Wende zum 13ten Jahrhundert nach L±d zurückgekehrt und haben mit dem Bau einer romanischen Kirche begonnen.

  Nach einer guten Entwicklung im 13ten Jahrhundert kommt eine Zeit des Niedergangs – zuerst der Klostergebäude. Grund für den Niedergang waren Streitigkeiten um die Nachfolge von Przemyslaw II.

  In der Mitte des 14ten Jahrhunderts kam der Abtei Wierzbieta aus Paniewice, der Generallandrat von Wielkopolska, zu Hilfe; dieser errhielt für die Sache des Klosters eine Unterstützung des Königs Kasimir des Grossen und des Ritterstandes von Wielkopolska. Unter seiner Schirmherrschaft wurde das Kloster ausgebaut.

  Die gute Entwicklung der Abtei im 15ten Jahrhundert – sie besaß schließlich 53 Dörfer und 3 Städte – wurde in der Mitte des 16ten Jahrhunderts durch die Reformation und die „Polonisierung“ des Klosters unterbrochen. Es wurde eine neue Regelung eingeführt, dass in den Klöstern auf polnischem Gebiet nur Polen leben dürften. Dies war ein Grund für weitere Spannungen in L±d, wo die deutschen Zisterzienser die Mehrheit bildeten. Wegen der Anklage der Unterstützung der Reformation übersiedelten schließlich im Jahre 1553 die deutschstämmigen Mönche nach Henrykow in Schlesien. Der erste polnische Abt war Jan Wysocki (1560 – 1568). Im 17ten Jahrhundert begann unter Abt Jan Zapolski (1644 – 1689) der Umbau der Kirche im Barockstil. Die Architekten Thomas Poncino, Jan Konski und Georg Catenazzi haben im Jahre 1651 – 1680 die romanische Kirche abgetragen und auf der gleichen Stelle weitergebaut, wo der Westteil der heutigen Kirche steht.

  Die Blütezeit der Abtei war unter Abt Nikolaus Anton £ukomski (1697 – 1750), dem grossen Kunstförderer und Reformer der polnischen Zisterzienserklöster. Während dessen Amtszeit hat der italienische Architekt Pompeo Ferrari ab 1728 den Umbau der Barockkirche und des Ausbau des Klosters geleitet. Dies geschah unter Beteiligung der Kunstmaler Georg Wilhelm Neunherz, Adam Swach, F.L. Raedtke, sowie der Kunstschnitzer Bartholomäus Adrian, Ernst Broger und Jan Erntygeler, ferner des Orgelbauers Josef Koegler. Der Erzbischof von Gniezno Krzysztof Antoni Szembek hat am 21. Juli 1743 die neu umgebaute Abteikirche geweiht.

  Während der Teilung Polens hat der Untergang der hat der Untergang der Abtei stattgefunden – L±d wurde Preussen zugeschlagen. Die Preussen haben im Jahre 1796 das Kloster geplündert und die Ländereien enteignet.

  Im Jahre 1819, als L±d wieder innerhalb der Grenzen des polnischen Königreichs war, hat der Erzbischof von Warschau Franciszek Skarbek-Malczewski unter dem Druck der zaristischen Regierung die Abtei wieder aufgehoben.

  Im Jahr 1822 wurden das ehemalige Gut der Zisterzienser Eigentum des Grafen Waclaw Gutakowski. Um die Gebäude des Klosters zu retten hatte die zaristische Regierung, von der Notwendigkeit dieses Unternehmens überzeugt, die Kapuziner als neue Behüter eingesetzt.

  Die neuen Betreuer haben im Jahre 1850 die Kirche und Abtei restauriert, unterstützt durch die Spendenbereitschaft der Warschauer Bevölkerung. Im Jahre 1855 hat man die Restaurierungsarbeiten abgeschlossen. Diese fruchtbare Tätigkeit der Kapuziner hat leider nur 14 Jahre angedauert.

  Im Jahre 1863 haben sich die Kapuziner aus Liebe zu ihrer Heimat am Januaraufstand beteiligt, indem sie den aufständischen Kaplan P. Maximilian Tarejwo unterstützten und ihn bis zu seiner Internierung im April 1864 versteckten. P. Tarejwo wurde von den Russen in Konin erhängt, die verbleibenden Kapuziner nach Sibirien deportiert. Der russische Oberst Berg hob schließlich das Kloster auf.

  Im Jahre 1888 kaufte der Bischof Alexander Beresniewicz von Wloclawek die Abtei von den Russen zurück, um im Jahr 1890 eine neue Pfarrei in L±d einzurichten. Die Seelsorge wurde dem Diözesanklerus übertragen.

  Im Jahre 1918 hat man die Suche nach einem neuen Betreuer wieder begonnen, um an die Blütezeit des Klosters anzuknüpfen. Dank der Bemühungen des Pfarrers Franciszek Szczyglowski aus Slupca um die neue Seelsorge hat der Bischof von Wloclawek Stanislaw Zdzitowiecki im April 1921 das gesamte Ensemble den Salesianern Don Bosco anvertraut. Die Salesianer haben zuerst im Kloster ein Knabenseminar eröffnet und begannen mit der Sanierung der Gebäude, sowie mit der Anpassung der Räume entsprechend dem Charisma des Instituts. Die gute Entwicklung des Knabenseminars wurde unterbrochen durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges. Im Januar 1939 hat die Gestapo im Rahmen der Examination des polnischen Volkes im Kloster ein Internierungslager für Geistliche eingerichtet, um sie anschließend ins KZ zu schicken.
Bis zum Jahr 1941 wurden hier 252 Diözesanpriester und Ordensleute interniert, u.a. der selige Bischof Micha³ Kozal. Nach der Auflösung des Internierungslagers übernahm die Hitlerjugend diese Stätte.
Salesianer Don Bosco sind wieder im Jahr 1945 nach L±d zurückgekehrt und begannen mit der Wiedereröffnung des Knabenseminars. Die Tätigkeit des Seminars dauerte bis 1952, d.h. bis zur Schließung des Werkes durch das kommunistische Regime der Volksrepublik Polen. Um zu verhindern, dass die Staatsmacht das Kloster ganz übernimmt haben die Salesianer am 4. Juli 1952 in L±d ein Priesterseminar der eigenen Kongregation eingerichtet.

  Im Jahre 2002 wurde das 50te Jubiläum der Tätigkeit des Priesterseminars begangen.